Familie. Vielfalt. Katholisch. Synode!

Das Buch zur Familiensynode

„Wenn alle Teilnehmenden der Familiensynode dieses Buch als Pflichtlektüre lesen müssten und es sich zu Herzen nähmen, dann käme es gut.“

Familienvielfalt in der katholischen Kirche. Geschichten und Reflexionen.
Mit Texten von Arnd Bünker, Christina Caprez, Heidi Kronenberg, Martin Lehmann und Hanspeter Schmitt, Fotografien von Christoph Wider, Herausgeber Arnd Bünker und Hanspeter Schmitt
TVZ, Theol. Verl., 2015. 155 S. : Ill. ; 15 x 23 cmTVZ_Cover_Familienvielfalt_Vor.inddWas kann man erwarten von einem Buch mit dem Titel „Familienvielfalt“, das vom SPI St. Gallen herausgegeben, vom Bistum St. Gallen und verschiedenen Landeskirchen der Deutschschweiz finanziell unterstützt wird?
Im ersten Kapitel kommen verschiedene Familien zu Wort: zunächst berichtet ein junges Paar von der Reaktion fremdsprachiger Missionen auf Sex vor der Ehe, es folgt eine Familie, in der die Frau geschieden ist und in zweiter Ehe verheiratet.
Dass wir als Kirche noch immer keinen Weg gefunden haben, mit diesen Realitäten umzugehen zeigt, wie sehr wir uns schon vom gesellschaftlichen Diskurs isoliert haben.
In der nächsten Geschichte erzählt eine Familie, in der zwei Frauen mit ihren Kindern aus den ersten Ehen zusammenleben.
Der Titel des Buches „Familienvielfalt“, impliziert dass auch dies dem Familienbegriff entspricht.
Besteht doch noch Hoffnung?
Endlich einmal wird wirklich die ganze Bandbreite aufgemacht, die wir in unserer Kirche haben – und die wir wollen. Die gleichgeschlechtliche Familie findet ebenso Gehör, wie Menschen, die mit der Lehre der Kirche im Grossen und Ganzen zufrieden sind.
Auch das zweite Kapitel „Reflexionen“, in dem Theologinnen wie Rainer Bucher, Eva Maria Faber, Stephan Goertz und Regina Ammicht Quinn unter anderem gemeinsam Antworten darauf suchen, wie die Theologie den Menschen heute helfen könnte, eine verbindliche Liebesbeziehung zu gestalten, ist leicht zu lesen.
Seelsorgende berichten vom Spannungsfeld, selbst in entsprechenden familiären Konstellationen zu leben und deswegen sich selbst zu verleugnen oder ihren Beruf aufgeben zu müssen.
Dieses Buch macht Mut. Liegt es daran, dass Franziskus zu einer offenen Diskussionskultur in der Kirche beiträgt, wie Eva Maria Faber es beschreibt oder traut sich die Schweizer Kirche einfach viel mehr als die Deutsche?
Wenn alle Teilnehmenden der Familiensynode dieses Buch als Pflichtlektüre lesen müssten und es sich zu Herzen nähmen, dann käme es gut.

Susanne Muth

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Forum abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s