Am Grab – von Auferstehung reden

In Ihrem Artikel „Am Grab. Wie rede ich als Pfarrerin von der Auferstehung“ (FAMA 1_2016) bringt Clara Moser Predigtbeispiele aus eigener Praxis und Sprachbilder, die ihr Freundinnen und Kolleginnen zur Verfügung gestellt haben.

Die Beispiele, die im gedruckten Heft keinen Platz fanden, finden Sie hier auf dem Blog.Bildschirmfoto 2016-02-10 um 19.12.38

 

… Beerdigung mit dem Thema Stein als Last, als Gedenkstein. Der biblische Kontext ist die Grabgeschichte, als Engel den grossen Stein vom Grab Jesu weggewälzten. Markus 16, 1-8. Der begrabene Jesus in der Grabhöhle ist im Dunkeln, abgeschnitten vom Licht, wie Karfreitag. Der grosse Stein vor der Grabhöhle, der von der Liebe ab-trennt, wälzt Gott durch seine Engel weg. Gott befreit im Leben wie im Tod von der Enge des Dunkels, lässt uns in sein Licht, in seine Liebe auf-er-stehen.

… unser christlicher Glaube sagt, mit dem Tod ist das Leben nicht einfach fertig. das Leben ist hinter der Wegbiegung bei Gott geborgen, am Ort, an dem die Tränen getrocknet und das Leid, jede Krankheit geheilt ist.
Die Bibel kennt verschiedene Bilder für diesen Ort. Ganz am Anfang ist es der paradiesische Garten und am Schluss eine wunderschöne Stadt. Der Garten entspricht dem XY mehr. Und vielleicht kann es Ihnen ein Hoffnungsbild sein, dass er die Wegbiegung in den himmlischen Garten vorausgegangen ist und dort wartet, vielleicht kann Ihnen das ein Hoffungsbild sein, wenn Sie weitergehen müssen – ohne ihn. Wenn sie nun miteinander weitergehen, wenn sie den Garten sehen, der bald erwachen wird, dann werdet ihr euch erinnern, gleichzeitig traurig und dankbar. Aber es wird auch Hoffnung sein, dass auf uns alle der himmlische Garten wartet. Dort werden die Tränen abgetrocknet sein und kein Leid und keine Krankheit wird mehr sein.

… Jesaja 43 spricht von der grossen Zusage Gottes, die uns nie aus der Beziehung lässt. „…Und sie (die Verstorbene) ging der grossen Zusage Gottes „du gehörst zu mir“ entgegen, uns voraus, liess sich bei ihrem Namen rufen und ging ins letzte Daheim.“

… trotzdem fragen wir uns alle: wie geht es weiter nach dem Tod? Ich weiss es nicht; und ich bin froh, dass ich das nicht wissen muss. Aber ich glaube, es ist eine Gnade glauben zu dürfen, dass es weiter geht – in einen Zustand, in dem Zeit und Raum aufhören Grenzen zu haben. Wir Christen nennen das Ewigkeit. Was das heisst, bleibt ein Geheimnis. Aber ich glaube, die Ewigkeit diese Grenzenlosigkeit von Zeit und Raum, hat auch mit der Grundlosigkeit der göttlichen Liebe zu tun, die niemanden fallen lässt, nicht im Leben und nicht im Sterben. Es ist die Liebe, die der Verstorbenen zuruft: Fürchte dich nicht. Ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein.

… Und wenn mein Weg zu Ende ist, so trag mich, mein Engel, hinüber ins göttliche Licht.
Ja jeder Atemzug ist mühsam geworden. Auch sie hat immer wieder feine Zeichen bekommen, die sie haben annehmen lassen, dass die wahrscheinlich bald ihren irdischen Körper wird ablegen. Und dann konnte sie so sterben, wie sie es sich gewünscht hat: eben wie ein Engel am Sonntagmorgen auf sie gewartet hätte, und ihre Seele dann still in den Himmel hinauf getragen hätte. Für uns, die zurück bleiben, kommt ihr Sterben trotzallem unerwartet und schnell. Dass sie nicht mehr sichtbar da ist, macht uns nachdenklich und traurig. – Sie müssen „Gehen-lassen“, wäre aber unerträglich, wären wir nicht von der Zuversicht getragen, das XY von einem Engel abgeholt worden ist und sie ins Herz Gottes hineingetragen worden ist.

 … unser Leben geht weiter, in der Zuversicht, dass es xy gut geht. Und lass du uns alle mit xy verbunden bleiben, ohne dass wir sie festhalten wollen. Gott schenk du ihr Frieden und deine Geborgenheit, die sie braucht und auch verdient hat.

 … Gerade angesichts des Todes kommen jetzt auch Fragen.
Hast du es jetzt gut? Musst du dich nicht mehr abplagen? das sind Fragen in der Nähe des Todes, die wir nicht beantworten können. Die auch ich als Pfarrerin nicht beantworten kann. ich vertraue aber darauf, dass die christliche Hoffnung trägt, die sagt: Die Liebe, die die Angst vertreibt, hört nie auf. Sie hört nicht auf im Sterben, sie hört nicht auf mit dem Tod. Unsere christliche Hoffnung sagt: der XY ist jetzt in der göttlichen Liebe. Dort wo keine Angst mehr ist, in dem Licht in dem keine Finsternis mehr ist. Wir bleiben hier zurück und ich wünsche Ihnen, dass die furchtlose Liebe, die euch auf dem letzen Weg mit XY getragen hat, euch auch weiter trägt und immer wieder die Angst vertreibt. Amen.

… Eine andere Erfahrung: Oft sind die Angehörigen so kirchenfern, dass ich im Gespräch nicht über Auferstehung und Glauben zu reden wage – in der Predigt rede ich dann von „ich finde Kraft in…“, was dann oft ein dankbares Echo findet.

… „Dafür steht unsere Osterkerze, die ich jetzt entzünde, im Erinnern an den Tod Jesu und aller, die uns vorausgegangen sind und im Erinnern an Ostern: Der Tod hat nicht das letzte Wort, sondern die Liebe.“ 

(Ganz andere Predigt-Worte finden Sie hier: Auferstehungsprozesse)

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