Auferstehung

Die A. ist, im Gegensatz zur Auferweckung, nicht passiv, sondern aktiv. A. bedeutet, den Tod zu überwinden und sich aus eigener Kraft zum Leben aufzurichten. Daher ist es so wichtig, dass Christus nicht auferweckt wurde, sondern  selbst auferstanden ist. Um selbstständig aus dem Tod aufzuerstehen, muss man schon mindestens ein Gott sein. Zugleich ist Jesus kein Gott, sondern Mensch, sonst wäre er ja nicht sterblich gewesen. Dieses zentrale christliche Paradoxon ist eine über-menschliche und unter-göttliche Doppelleistung der Sonderklasse. Gott weiß nicht nur alles über das menschliche Leben, sondern hat es inklusive Tod am eigenen Leib erfahren. Zugleich verleiht Gott uns die (göttliche) Kraft, den Tod zu überwinden. Menschliches Freud und Leid ist somit transzendiert und Teil der göttlichen Herrlichkeit geworden. Mit einer Ausnahme: Christus hat nie gefühlt, wie es ist, eine Frau zu sein. Das ist unendlich schade.

(Franziska Holzfurtner, FAMA 1_2016: Auferstehung)
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Eine Antwort zu Auferstehung

  1. Ups; wieder mal die „göttliche Herrlichkeit“: Au weia! Und: Weshalb hätte Jesus je wie eine Frau fühlen sollen? Zum Christus wurde er erst in seiner überhöhten Gestalt. Und: Was heisst „den Tod überwinden“? Dazu ein interessanter Beitrag von Profn. Dr. Sabine Bieberstein: http://ooev1.orf.at/magazin/studio/stories/373372/index.html
    Jeschua ben Mirjam hat sich seinen Zeitgenoss_innen zutiefst menschlich zugewandt. Ob er von Frauen als Erlöser akzeptiert werden kann, haben sich seit Mary Daly schon manche Theologinnen gefragt. Immer noch interessant dazu das Buch von Manuela Kalsky „Christaphanien. Die Re-Vision der Christologie aus der Sicht von Frauen in unterschiedlichen Kulturen.“ Dazu der Kommentar auf ihrer eigenen Homepage: http://www.manuelakalsky.net/index.php/nl/publicaties/boeken/33-seiten-auf-deutsch/27-christaphanien-rekontextualisieriungen.html
    Und als Illustration noch der Link auf das passende Bild: http://ecx.images-amazon.com/images/I/51tqB6DrNyL._SX346_BO1,204,203,200_.jpg

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