Himmel

Nicht alle Kulturen denken sich den Kosmos in einer Vertikalen, in der das Schlechte unten und das Gute oben ist. Diese Kleinigkeit aber ist ein wichtiger Aspekt des westlichen Weltbildes. Unser H. ist ein positives Extrem und nicht der Mittelweg oder -punkt unseres Lebens: Er ist nicht Ausgeglichenheit, sondern Ekstase, es ist nicht Leidenschaftslosigkeit, sondern ewige Freude. Über diese Vorstellung bügeln moderne TheologInnen in ihrer Verehrung asiatischer Religionen gerne hinweg. Ein schönes Beispiel für den Himmel als Ort ewiger Freude findet sich bei den Simpsons: Marge stellt sich den katholischen Himmel als Ort vor, an dem Iren, Italiener und Hispanics mit Jesus feiern, Wein trinken und tanzen. Im anglikanisch-protestantischen Himmel spielt man übrigens Badminton und Croquet, ist also gemessen am eigenen Naturells geradezu ekstatisch.

(Franziska Holzfurtner, FAMA 1_2016: Auferstehung)
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Eine Antwort zu Himmel

  1. Die Stereotypisierungen mögen humorvoll gemeint sein, doch irgenwie kommt das Ganze ziemlich plump herüber. Zudem ist die anglikanische Kirche der röm.-kath. inhaltlich näher (Bsp. Frauen & Homosexualität) als irgeneiner protestantischen. Die Unterschiede in der Ekstase sind wohl eher kulturellen, als konfessionellen Unterschieden geschuldet.

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