FAMA bloggt

feministische theologie im gespräch

Ergänzend zum Print (viermal jährlich in schwarz-weiss) hier die schnellere blog, so bunt wie ihre leser_innen. intertextuell – interdisziplinär – theologisch – feministisch – verspielt – tiefgreifend – FAMA eben.

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3 Antworten zu FAMA bloggt

  1. jbehri schreibt:

    Taufgespräche wie im richtigen Leben –
    Zum „Clash von Lebenswelten im Taufgespräch“ am 5. September

    Situationen wie im Taufgespräch gibt es viele, erinnere ich mich nach der Lektüre. Auch außerhalb dieser konkreten Situation. Gespräche, in denen man mit Freundinnen und Freunden, mit Bekannten und Nachbarn über sehr Privates, über die Situation des Mutter- und Elternwerdens, Mutterseins, über Gefühle und zu erwartende Veränderungen spricht. Kinder stellen schliesslich das Leben auf den Kopf.

    Auch die Frage der Kinderbetreuung wird meist gestreift. In heutigen Zeiten drehen sich die Fragen nach meinen Eindrücken häufig um den besten „Betreuungsmix“ zwischen Grosseltern bzw. der Grossmutter, der Schwiegermutter, vielleicht noch der Nachbarin oder Freundin. Dazu die Frage nach der Kinderkrippe nach der Entfernung und der Qualität des Kindergartens.

    Heikel wird es, wenn die Frage nach dem Vater ins Spiel kommt. Wenn er überhaupt ins Spiel kommt. Auch ich frage immer seltener nach – schliesslich ist das ein Eingriff in „die Privatsphäre“. Aber ich vermisse ihn trotzdem – sowohl im Taufgespräch wie im echten Leben. Über ihn und seine Rolle wird nicht gesprochen, sie ist ein Tabu. Er ist eine Randerscheinung, wenn es um geteilte Verantwortung geht, und zwar von Anfang an. Von ihm wird auch wenig verlangt. „Also das geht gar nicht, dass er mit seinem Chef redet, man weiss ja nicht, was dann mit seiner Karriere passiert“. „Mein Mann verdient mehr als ich, da ist es klar, wer seine Stelle reduziert“. „Na ja, Männer und kleine Kinder…???“. Väter, die sich ihre aktive Rolle erkämpfen, sind auch rar gesät.
    So tobt die „Vereinbarkeitsdebatte“ weiter, ausschliesslich um den Spagat der Mutter zwischen Teilzeit, externer Kinderbetreuung und Grossmütterunterstützung.

    Andere Beziehungsverständnisse, qualifizierte Teilzeitarbeit für beide und vor allem die Anforderungen an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber bleiben weiterhin aussen vor, im Taufgespräch wie im realen Leben. Das zeigt, finde ich, auch die Debatte um die Einführung eines Elternurlaubs, dessen Einführung durch das Parlament bereits 26mal abgelehnt wurde.
    Vielleicht hat Francois Höpflinger deshalb eine neue „konservative Wende“ entdeckt, die sich durch eine „selbstbewusste Mutterschaft“ in der „traditionellen Kleinfamilie“ auszeichnet. Es handle sich hier um gut ausgebildete Frauen mit „intakten Karrierechancen“. Selbstbewusste Väter gebe es auch – vor allem am Wochenende, so der Soziologe im Tagesanzeiger vom 23. Oktober.

    Ich frage mich schon, ob diese Wende existiert – und ob sie freiwillig ist.

    Jeannette Behringer

    • reda schreibt:

      Liebe jbehri

      Vielen Dank für Deinen Kommentar. Demnach ist es noch nicht erfahrbar, dass die Schweiz sich in Sachen Gleichberechtigung um 1 Punkt verbessert hat?? Oder blendet die Rangliste des WEF die Fragen um Kinderbetreuung aus?

  2. Die Väter werden mehrheitlich „verschont“ von der Verienbarkeitsfrage. Die Mütter strecken sich nach der Decke in Bezug auf die erwähnten Koordinatenpunkte als da sind Teilzeiterwerbsarbeit, Fremdbetreuung, Einsatz der Grosseltern etc. Daneben werden Frauenstellen auch gerade in den Kirchen entweder abgebaut und/oder in zahnlose Genderstellen umgewandelt. Und wenn Stellen inhaberinnen dann noch meinen, sie schenkten angesichts der doch immer noch herrschenden Ungleichheiten Männer und Knaben dieselbe Aufmerksamkeit, dann haut es mir den Nuggi raus: Sollen doch die Männer ihre Verantwortung endlich übernehmen und sich selbst emanziperen. Doch ich fürchte: Sie wollen nicht; Care-Arbeit ist zu wenig sexy.

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