Gerücht – FAMA 1_2018

Schon gehört? Die Neue ist da … ! Man sagt sie sei … aber sicher bin ich nicht …

 

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Gerüchte aus der FAMA 1_2018

Die versprochenen links und einiges mehr, was angeblich wahr sein soll …

unsere Künstlerin für diese Nummer

 

 

 

Der Körper als Klatschbase

Artikel von Monika Notter aus der FAMA 1_2008

 

 

Sendungen bei SRF

Kein Gerücht:

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Wahrheit hinterfragen – feministische Forschung und fake news

Fama-Redaktorin Tania Oldenhage im Gespräch mit Laura Levitt, Professorin für Religionswissenschaft, Judaistik und Gender an der Temple University in Philadelphia.

In den 1990er Jahren gab es in der feministischen Theologie bereits eine rege Debatte zur Frage, welche Rolle der Poststrukturalismus für den Feminismus spielt. Mit dem Begriff «Poststrukturalismus» wird eine vielfältige und ursprünglich aus Frankreich stammende Denkbewegung verbunden, die unter anderem die Beziehung zwischen Sprache und Wirklichkeit problematisiert. Wenn wir biblische oder andere antike Texte nicht mehr als Fenster zur Realität verstehen können, wird es erheblich schwieriger, die Geschichte von Frauen zu rekonstruieren. Aus diesem Grund wurde den poststrukturalistisch orientierten Feministinnen manchmal vorgeworfen, sie hätten der patriarchalen Geschichtsschreibung nichts entgegenzusetzen. Heute, in Zeiten der sogenannten fake news, ist die Frage nach dem Verhältnis von Sprache und Wirklichkeit aufgeladener denn je. Laura Levitt, Religionswissenschaftlerin aus Philadelphia, hat diese Debatte mitverfolgt und mitgeprägt. Im Sommer war sie zu Besuch in Zürich, und ich hatte die Gelegenheit, ausführlich mit ihr über dieses Thema zu sprechen.

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Führe uns nicht in Versuchung

Im Momen laufen heisse Diskussionen über die Übersetzung dieser Vaterunser/Unservater-Bitte.
Magdalene L. Frettlöh kommt in ihrem Text vom Oktober 2017 vor dem Hintergrund der biblischen Versuchungsgeschichten zum Schluss „Es könnte eine besonders fromme Art der Versuchung sein, Gott von jeder Versuchung fernzuhalten.“

«Wen Gott versuchen will,
über den bringt er den Glauben»
Elazar Benyoëtz, 57

Die einzige negativ formulierte Bitte des Unservater ist irri- tierend, ja verstörend, rechnet sie doch damit, dass Gott selbst Menschen in Versuchung führen kann und darum ausdrücklich gebeten werden muss, es nicht zu tun. Gott ge- rät hier in die Nähe des Teufels, wird ihm zum Verwechseln ähnlich, denn nur zwei Kapitel zuvor ist er es ja, der Jesus in Versuchung bringt: «Und der Versucher trat an ihn heran und sprach …» (Mt 4,3). Ausgerechnet in dem Gebet, das Jesus seine Schüler_innen und mit ihnen auch uns gelehrt hat, wird inständig erfleht, dass Gott uns nicht als Versucher begegne, sondern vom Bösen befreie: «[…] erlöse uns von dem Bösen» – auch von dem Bösen, das du, Gott, uns antust und worin du dich selbst als böse zeigst. Die Bitte um Erlö- sung von dem Bösen kann das Böse wie den Bösen meinen und schliesst Gott als Täter des Bösen ein.

Ganzen Beitrag aus FAMA 4/2017 lesen

 

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Gender und Menschenrechte

Gendermainstreaming zur Durchsetzung der Menschenrechte von Frauen
„Gender Mainstreaming und Gender schlecht zu reden, ist in letzter Zeit salonfähig geworden. Dabei werden die beiden Begriffe unwissend oder gar böswillig verdreht, wie aktuell im Wort zum Tag der Menschenrechte des Churer Bischofs Vitus Huonder. Eine tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter erfordert aber die Verankerung von Gender Mainstreaming. Das ist aus menschenrechtlicher Sicht eine Notwendigkeit.“
Gemeinsame Medienmitteilung der FAMA, des SKF, der Frauenkirche-Zentralschweiz und der IG Feministische Theologinnen

Ebenfalls eine Antwort auf das erwähnte Bischofspapier kommt von der Tagsatzung.

Bei dieser Gelegenheit sei erinnert an Infomaterialien zum Thema. Einiges ist auch hier zusammengetragen: https://aboutgender.net/pressestimmen/
und natürlich: https://famabloggt.wordpress.com/tag/gender/ Broschüren mit Gesprächsgrundlagen, Argumenten, Nachdenkmaterial.

Theologisch:

Die häufigsten Falschaussagen einfach widerlegt:

und

mit queerem Blick

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BeneFIZ Konzert mit Knut und Tucek

FIZ – Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration

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Leserinnenbrief zu 4_17 „Unser Vater?“

Liebe FAMA-Redakteurinnen

Mit grossem Interesse habe ich die aktuelle Nummer «Unser Vater?» gelesen. Mir hat einmal mehr der Mix aus persönlichen Zugängen/Reflexionen und sachlich-wissenschaftlicher Sicht äusserst gut gefallen. Und ich habe sehr von der anregenden Lektüre profitiert. Grosses Kompliment und Dankeschön!

Etwas schade finde ich, dass mir als muslimische Leserin ganz die Rolle der Aussenstehenden zugewiesen wird. Dabei sind die islamischen Bezüge zu allem was als jüdisch-christlich gilt, offensichtlich und sollten m.E. in Zukunft auch nicht mehr gesondert voneinander gedacht werden.

Im konkreten Fall des «Unser Vater» ist zum Beispiel zu bedenken, dass nach der islamischen Überlieferung der Prophet Muhammad folgendes Gebet gesprochen habe:

«Unser Herr, der im Himmel ist, geheiligt werde dein Name. Dein Befehl ist im Himmel wie auf Erden. Wie deine Barmherzigkeit im Himmel ist, so lass sie auf Erden sein und vergib uns unsere Sünden und Übertretungen, denn du bist der Herr der Rechtschaffenen.»[1]

Die inhaltliche und sprachliche Analogie zum christlichen Vaterunser ist frappant und wohl nicht zufällig. Es legt nahe, dass Muhammad das «Vaterunser» gekannt hat und es für sich adaptiert hat. Das Adaptieren von Gebeten der Vorgängerpropheten ist für den islamischen Kontext keine Ausnahme, so wird zum Beispiel auch eines der Gebete Abrahams im Koran zitiert.

Während das Gebet Abrahams als Koran-Rezitation Teil des islamischen rituellen Gebetes sein kann, ist das «muhammadanische Vaterunser» nicht koranisch und daher nicht Teil des rituellen Gebetes im Islam (Șalāt). Es kann aber als freies Bittgebet (Duʿā) zu beliebiger Zeit, an beliebigem Ort und in beliebiger Körperhaltung rezitiert werden.

Neben der inhaltlichen Nähe, ist auch die phonetische Nähe von «Abbānā («Unser Vater») und «Rabbanā» («Unser Herr») im Arabischen bemerkenswert. Sicher liesse sich im Hebräischen und Aramäischen auf die semitischen Wurzeln «ab» und «rabb» verweisen.

Persönlich wurde ich schon öfter gefragt, ob ich als Muslimin das «Vaterunser» beten könne, i.S. von ob ich es bejahen könne.

Bis auf den «Vater» kann ich es ohne Weiteres bejahen. Aus theologischen und feministischen Gründen lehne ich den «Vater» als Gottesanrede ab und empfinde es als eine Gnade, dass sie mir nicht abverlangt wird. Ein stark männlich konnotiertes Gottesbild stützt die islamische Theologie nicht. In der Anrede «Rabb» («Herr») kommt der hierarchische aber auch der fürsorgerische Aspekt von Gott gegenüber dem Menschen zum Ausdruck. Im Begriff «Ab» («Vater») steht zunächst das verwandtschaftliche Aspekt im Vordergrund und zwar im biologischen Sinn. Das transzendente Gottesverständnis im Islam legt nicht nahe Gott in biologischen Kategorien zu umschreiben. Die Vorstellung, dass wenn Gott Vater wäre er auch Bruder sein könnte, ist zu nahe an der Verletzung des einzigen islamischen Dogmas, das Einssein Gottes, das auch als All-Umafassend und einzigartig verstanden wird und keine Geschwister als ranggleich neben Gott zulassen würde.

Sehr anregend fand ich die Diskussion um die Bitte nicht in Versuchung geführt zu werden. Hier liessen sich zwischen dem Hochgebet im Christentum und im Islam ( Al-Fatiha , die erste Sure im Koran) und wohl auch im jüdischen Hochgebet (Schma Jisrael) spannende Analogien, Bezugnahmen, Entwicklungen und Unterschiede ausmachen.

Das ein paar Gedanken auf die Schnelle und mit herzlichen Grüssen

Amira Hafner

PS1: Ich kam noch nie auf die Idee Christinnen zu fragen, ob sie die Fatiha mitbeten könnten…
PS 2: Das angebende Buch von Annemarie Schimmel folgt dem Wortlaut des Vaterunsers…
😉
[1] Schimmel Annemarie: Dein Wille geschehe, Die schönsten Islamischen Gebete, 5. Auflage, Kandern im Schwarzwald 2004, S.11, übersetzt und  zitiert nach K.A. Farid, Prayers of Muhammad, Karachi 1961
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