Führe uns nicht in Versuchung

Im Momen laufen heisse Diskussionen über die Übersetzung dieser Vaterunser/Unservater-Bitte.
Magdalele L. Fretlöh kommt vor dem Hintergrund der biblischen Versuchungsgeschichten zum Schluss „Es könnte eine besonders fromme Art der Versuchung sein, Gott von jeder Versuchung fernzuhalten.“

«Wen Gott versuchen will,
über den bringt er den Glauben»
Elazar Benyoëtz, 57

Die einzige negativ formulierte Bitte des Unservater ist irri- tierend, ja verstörend, rechnet sie doch damit, dass Gott selbst Menschen in Versuchung führen kann und darum ausdrücklich gebeten werden muss, es nicht zu tun. Gott ge- rät hier in die Nähe des Teufels, wird ihm zum Verwechseln ähnlich, denn nur zwei Kapitel zuvor ist er es ja, der Jesus in Versuchung bringt: «Und der Versucher trat an ihn heran und sprach …» (Mt 4,3). Ausgerechnet in dem Gebet, das Jesus seine Schüler_innen und mit ihnen auch uns gelehrt hat, wird inständig erfleht, dass Gott uns nicht als Versucher begegne, sondern vom Bösen befreie: «[…] erlöse uns von dem Bösen» – auch von dem Bösen, das du, Gott, uns antust und worin du dich selbst als böse zeigst. Die Bitte um Erlö- sung von dem Bösen kann das Böse wie den Bösen meinen und schliesst Gott als Täter des Bösen ein.

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Gender und Menschenrechte

Gendermainstreaming zur Durchsetzung der Menschenrechte von Frauen
„Gender Mainstreaming und Gender schlecht zu reden, ist in letzter Zeit salonfähig geworden. Dabei werden die beiden Begriffe unwissend oder gar böswillig verdreht, wie aktuell im Wort zum Tag der Menschenrechte des Churer Bischofs Vitus Huonder. Eine tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter erfordert aber die Verankerung von Gender Mainstreaming. Das ist aus menschenrechtlicher Sicht eine Notwendigkeit.“
Gemeinsame Medienmitteilung der FAMA, des SKF, der Frauenkirche-Zentralschweiz und der IG Feministische Theologinnen

Ebenfalls eine Antwort auf das erwähnte Bischofspapier kommt von der Tagsatzung.

Bei dieser Gelegenheit sei erinnert an Infomaterialien zum Thema. Einiges ist auch hier zusammengetragen: https://aboutgender.net/pressestimmen/
und natürlich: https://famabloggt.wordpress.com/tag/gender/ Broschüren mit Gesprächsgrundlagen, Argumenten, Nachdenkmaterial.

Theologisch:

Die häufigsten Falschaussagen einfach widerlegt:

und

mit queerem Blick

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BeneFIZ Konzert mit Knut und Tucek

FIZ – Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration

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Leserinnenbrief zu 4_17 „Unser Vater?“

Liebe FAMA-Redakteurinnen

Mit grossem Interesse habe ich die aktuelle Nummer «Unser Vater?» gelesen. Mir hat einmal mehr der Mix aus persönlichen Zugängen/Reflexionen und sachlich-wissenschaftlicher Sicht äusserst gut gefallen. Und ich habe sehr von der anregenden Lektüre profitiert. Grosses Kompliment und Dankeschön!

Etwas schade finde ich, dass mir als muslimische Leserin ganz die Rolle der Aussenstehenden zugewiesen wird. Dabei sind die islamischen Bezüge zu allem was als jüdisch-christlich gilt, offensichtlich und sollten m.E. in Zukunft auch nicht mehr gesondert voneinander gedacht werden.

Im konkreten Fall des «Unser Vater» ist zum Beispiel zu bedenken, dass nach der islamischen Überlieferung der Prophet Muhammad folgendes Gebet gesprochen habe:

«Unser Herr, der im Himmel ist, geheiligt werde dein Name. Dein Befehl ist im Himmel wie auf Erden. Wie deine Barmherzigkeit im Himmel ist, so lass sie auf Erden sein und vergib uns unsere Sünden und Übertretungen, denn du bist der Herr der Rechtschaffenen.»[1]

Die inhaltliche und sprachliche Analogie zum christlichen Vaterunser ist frappant und wohl nicht zufällig. Es legt nahe, dass Muhammad das «Vaterunser» gekannt hat und es für sich adaptiert hat. Das Adaptieren von Gebeten der Vorgängerpropheten ist für den islamischen Kontext keine Ausnahme, so wird zum Beispiel auch eines der Gebete Abrahams im Koran zitiert.

Während das Gebet Abrahams als Koran-Rezitation Teil des islamischen rituellen Gebetes sein kann, ist das «muhammadanische Vaterunser» nicht koranisch und daher nicht Teil des rituellen Gebetes im Islam (Șalāt). Es kann aber als freies Bittgebet (Duʿā) zu beliebiger Zeit, an beliebigem Ort und in beliebiger Körperhaltung rezitiert werden.

Neben der inhaltlichen Nähe, ist auch die phonetische Nähe von «Abbānā («Unser Vater») und «Rabbanā» («Unser Herr») im Arabischen bemerkenswert. Sicher liesse sich im Hebräischen und Aramäischen auf die semitischen Wurzeln «ab» und «rabb» verweisen.

Persönlich wurde ich schon öfter gefragt, ob ich als Muslimin das «Vaterunser» beten könne, i.S. von ob ich es bejahen könne.

Bis auf den «Vater» kann ich es ohne Weiteres bejahen. Aus theologischen und feministischen Gründen lehne ich den «Vater» als Gottesanrede ab und empfinde es als eine Gnade, dass sie mir nicht abverlangt wird. Ein stark männlich konnotiertes Gottesbild stützt die islamische Theologie nicht. In der Anrede «Rabb» («Herr») kommt der hierarchische aber auch der fürsorgerische Aspekt von Gott gegenüber dem Menschen zum Ausdruck. Im Begriff «Ab» («Vater») steht zunächst das verwandtschaftliche Aspekt im Vordergrund und zwar im biologischen Sinn. Das transzendente Gottesverständnis im Islam legt nicht nahe Gott in biologischen Kategorien zu umschreiben. Die Vorstellung, dass wenn Gott Vater wäre er auch Bruder sein könnte, ist zu nahe an der Verletzung des einzigen islamischen Dogmas, das Einssein Gottes, das auch als All-Umafassend und einzigartig verstanden wird und keine Geschwister als ranggleich neben Gott zulassen würde.

Sehr anregend fand ich die Diskussion um die Bitte nicht in Versuchung geführt zu werden. Hier liessen sich zwischen dem Hochgebet im Christentum und im Islam ( Al-Fatiha , die erste Sure im Koran) und wohl auch im jüdischen Hochgebet (Schma Jisrael) spannende Analogien, Bezugnahmen, Entwicklungen und Unterschiede ausmachen.

Das ein paar Gedanken auf die Schnelle und mit herzlichen Grüssen

Amira Hafner

PS1: Ich kam noch nie auf die Idee Christinnen zu fragen, ob sie die Fatiha mitbeten könnten…
PS 2: Das angebende Buch von Annemarie Schimmel folgt dem Wortlaut des Vaterunsers…
😉
[1] Schimmel Annemarie: Dein Wille geschehe, Die schönsten Islamischen Gebete, 5. Auflage, Kandern im Schwarzwald 2004, S.11, übersetzt und  zitiert nach K.A. Farid, Prayers of Muhammad, Karachi 1961
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Religion und Frauen

Ist Religion schlecht für Frauen? Beitrag von Doris Strahm auf feinschwarz.net

FAMAiges zum Thema

 

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Ein Gebet wie ein Haus

Jacqueline Sonego Mettner

Ich besuche es oft und seit langem. Manchmal allein, manchmal zusammen mit ganz verschiedenen Menschen. Manchmal bin ich auch die Reiseführerin und mache kleine Hausbesichtigungen. Das Besondere an diesem Haus ist, dass es sich verändern kann. Mal sind die Zimmer gross und reich ausgestattet; mal besteht es eigentlich nur aus der Küche, wo es immer ein Stück Brot gibt. Manchmal bleibe ich ein wenig und setze mich in der Küche an den Tisch und dann verwandelt sich das Brot in alles, was ich an diesem Tag zum Leben brauche.

Unser Vater im Himmel

Das Entré ist nicht besonders einladend. Es steht da immer so ein alter Mann herum und man fragt sich, ob ihm das Haus allein gehört und immer er der Gastgeber sein muss. Es wäre schön, wenn einen einmal eine Frau empfangen würde oder auch einfach nur ein einladendes Licht. Es gibt zwar Leute, die lieben gerade diesen alten Mann, zu dem sie «Vater» sagen können. Und manchmal komme auch ich angerannt und bin einfach froh, dass ich hier unterstehen kann und ausatmen und es ist mir dann egal, ob die Brust, an die ich mich lehne, behaart oder üppig gepolstert ist.

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Unser Vater? FAMA 4_2017

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