Führe uns nicht in Versuchung

Im Momen laufen heisse Diskussionen über die Übersetzung dieser Vaterunser/Unservater-Bitte.
Magdalene L. Frettlöh kommt in ihrem Text vom Oktober 2017 vor dem Hintergrund der biblischen Versuchungsgeschichten zum Schluss „Es könnte eine besonders fromme Art der Versuchung sein, Gott von jeder Versuchung fernzuhalten.“

«Wen Gott versuchen will,
über den bringt er den Glauben»
Elazar Benyoëtz, 57

Die einzige negativ formulierte Bitte des Unservater ist irri- tierend, ja verstörend, rechnet sie doch damit, dass Gott selbst Menschen in Versuchung führen kann und darum ausdrücklich gebeten werden muss, es nicht zu tun. Gott ge- rät hier in die Nähe des Teufels, wird ihm zum Verwechseln ähnlich, denn nur zwei Kapitel zuvor ist er es ja, der Jesus in Versuchung bringt: «Und der Versucher trat an ihn heran und sprach …» (Mt 4,3). Ausgerechnet in dem Gebet, das Jesus seine Schüler_innen und mit ihnen auch uns gelehrt hat, wird inständig erfleht, dass Gott uns nicht als Versucher begegne, sondern vom Bösen befreie: «[…] erlöse uns von dem Bösen» – auch von dem Bösen, das du, Gott, uns antust und worin du dich selbst als böse zeigst. Die Bitte um Erlö- sung von dem Bösen kann das Böse wie den Bösen meinen und schliesst Gott als Täter des Bösen ein.

Ganzen Beitrag aus FAMA 4/2017 lesen

 

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